Neue Systeme für guten Schlaf
Sicher ist uns das Aussehen des Bettes wichtig. Entscheidend für unsere Gesundheit ist jedoch das Innenleben, das Schlafsystem. Die Anforderungen wären ja ganz einfach: Man muss sich darin wohlfühlen und täglich erfrischt aufwachen. Doch ist das immer so?
Klingt ja ganz simpel, ist es aber nicht, denn das Bett hat einen großen Anteil am gesunden Schlaf. Schließlich lassen wir kein anderes Möbelstück so nahe an uns heran. Nur gibt es derart viele – auch im Preis – unterschiedliche Möglichkeiten, Philosophien, Entwicklungen und Anbieter, dass es schwer ist, das passende System zu erkennen. Es ist daher nicht unbedingt empfehlenswert, nur das Prospekt zu kaufen. Außerdem: Trends wechseln schnell, ein Bett hingegen hat man viele Jahre. Deshalb sollte man auch auf Modeerscheinungen verzichten und viel lieber auf sein persönliches Gefühl achten. Eine ausführliche Beratung und eventuell Probeliegen ist anzuraten, auch wenn es ein gewisses Maß an Zeit erfordert.
Die Qual der Wahl
Viele Anbieter sind für ein gut angepasstes fixes System und finden, dass der Kunde alles, was er selbst einstellt, unbewusst falsch macht. Andere wiederum setzen auf Abwechslung, etwa auf ein Luftbett. Hier ist die Liegefestigkeit nicht auf Jahre hinaus festgelegt, sondern variabel. Auf Knopfdruck kann man binnen Sekunden seinen Liegekomfort in unterschiedlichen Stufen einstellen. Viele Schlafsysteme sind passiv. Es gibt aber auch aktive. Das heißt, das System arbeitet nicht nur nach unten durch Absenkung und Entlastung, sondern im Lendenwirbelbereich auch nach oben und gibt durch Abstützung Halt.
Die Ausführungen
Nach wie vor wird die klassische Methode „Matratze und Lattenrost – beide aufeinander abgestimmt“ angeboten. Neue Liegemaßstäbe setzen neuere Matratzen, bei denen Kaltschaumvarianten in unterschiedlichen Komfortstufen vereint werden. Durch einen freischwingenden Lamellenrost wird dauerhaft verhindert, dass der Körper überhöht liegt oder durchhängen kann. Nahezu alle Methoden gewährleisten eine optimale Regeneration von Wirbelsäule und Bandscheiben. Erwünscht sind vor allem Lattenroste, die metallfrei sind.
Die Materialien, die Sie nicht sehen, das sind die Kernmaterialien der Matratzen. Lassen Sie sich einen Querschnitt zeigen. Aus welchem Holz ist der Lattenrost? Kunststoff oder Metall? Die Qualität und Anordnung der Federleisten? Es gibt allerdings Systeme die durch Anordnung zahlreicher Federleisten auch ohne Lattenrost auskommen. Es ist nicht umsonst, Details und Technologien der verschiedenen Systeme zu hinterfragen, denn dies sind genau die Dinge, die entscheiden.
Die innovative Generation
Nach intensiver Forschung entstand beispielsweise ein Material, das ursprünglich für das Raumfahrt-Programm entwickelt wurde, um die Andruckkräfte während des Aufstiegs aufzunehmen. Dabei handelt es sich um ein temperaturunempfindliches viskoseelastisches Produkt. Dank der druckentlastenden Eigenschaften ergibt sich ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Wer es gerne kühl mag, entscheidet sich vielleicht für eine Matratze und Unterpolsterung, die mit einem dreidimensionalen Gewebe ausgestattet ist. Die Wirkung dieses Materials besteht darin, dass bei jeder Bewegung eine Pump-Sog-Wirkung entsteht, die warme Luft und Feuchtigkeit aus der Matratze herauspresst und gleichzeitig frische Luft ansaugt. Ein anderes System basiert auf Unterpolsterung mit Federleisten bzw. wird mit atmungsaktivem Kaltschaum aufgepolstert. Mit einer Bauhöhe von zehn Zentimetern lässt sich diese Innovation in nahezu jedes handelsübliche Bett einlegen.
Gerne verweisen Schlafforscher auch auf die verbesserte Blutzirkulation durch sanfte Körperstimulation. In diesem Fall wird durch eine Punktefederung sogar auf den Lattenrost verzichtet. Flügelfedern stützen den Köper punktgenau und folgen elastisch jeder Schlafbewegung.
Dies war nur ein minimaler Auszug aus zahlreichen Möglichkeiten. Letztendlich können nur Sie selbst entscheiden, welches Schlafsystem Ihren Vorstellungen und Schlafgewohnheiten am ehesten entspricht.
Text: Dr. Elisabeth Dolzer
Aus: "Branchen intern - besser Wohnen"